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Geburtshaus
Weills Geburtshaus
Leipziger Straße 59
Das Gebäude überstand stark beschädigt die Bombardierung Dessaus und wurde 1967 abgerissen



Ausstellung
Kurt, Nathan und Hanns an der Seite ihres Großvaters Daniel Ackermann



Geburtshaus
Das Fridericianum (Realgymnasium) in der Kavalierstraße 10



Ausstellung
Im Erbprinzenpalais lebte Herzog Friedrich II. von Anhalt nach seiner
Thronbesteigung. Im Musikzimmer gab Weill der Nichte und den beiden
Neffen des Herzogs Klavierunterricht. Das Palais wurde auf Beschluss
des Dessauer Gemeinderats im Jahr 1927 abgerissen.

Kurt Weill in Dessau


Kurt Weill wurde am 2. März 1900 in Dessau als Sohn des jüdischen Kantors geboren. Das Geburtshaus befand sich in der ehemaligen Sandvorstadt, in der sich Juden in Dessau ansiedeln durften. Hier werden Hans Jakob (1899-1947), Kurt Julian (1900-1950) sowie die Schwester Ruth Weill (1901-1975) geboren. Er besuchte in der Muldestadt den Kindergarten und die Schule und lernte am Herzoglichen Hoftheater den Theaterbetrieb kennen. In Dessau schrieb Weill seine ersten Kompositionen und er erhielt von 1915 bis 1918 bei Albert Bing, dem ersten Kapellmeister des Herzoglichen Hoftheaters, Musikunterricht. Vor seinem Umzug nach Berlin im Jahr 1920, wo er Meisterschüler von Ferruccio Busoni wurde, war er als Korrepetitor am Herzoglichen Hoftheater engagiert.

Nachdem auch seine Eltern und Geschwister Dessau in Richtung Leipzig verließen und später nach Palästina emigrierten, kehrt Weill nur noch wenige Male in den 1920er Jahren in seine Geburtsstadt zurück. Heute sind originale Lebensspuren der Familie Weill in Dessau kaum erhalten. Dies hängt auch mit der großen Zerstörung Dessaus im Zweiten Weltkrieg zusammen. Weills Geburtshaus ist ebenso nicht mehr erhalten wie jenes Haus der jüdischen Gemeinde, das in Nachbarschaft zur ebenfalls zerstörten Synagoge stand und in dem Kurt Weill seine längste Zeit in Dessau lebte.




„Unsere Schule war die Herzogliche Friedrichs-Oberrealschule, in einem Gebäude mit dem Herzoglichen Friedrichs-Gymnasium untergebracht.
Weill und ich waren Klassenkameraden von 1909 bis 1917. Kurt war ein sehr begabter Schüler. Allerdings nie ein Streber, er belegte viele Jahre den vierten bis sechsten Platz in der Klasse, das genügte ihm. Während wir nach dem Unterricht oft zum Sport gingen, Fußball oder Völkerball spielten, übte Kurt fast an jedem Nachmittag drei oder vier Stunden Klavier oder Orgel. Kurt galt alsbald in der Schule als Musikspezialist.“

Dr. Willy Krüger in seinen Erinnerungen 1984

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