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Artist-in-Residence

2013 - James Holmes

James Holmes kann als Dirigent, Begleiter und Arrangeur auf eine breite und extrem vielseitige Karriere zurückblicken. Mit ihm als "Artist -in-Residence" lässt sich hervorragend veranschaulichen, warum eine Trennung zwischen U- und E- Musik zu keiner Zeit richtig war und historisch zunehmend falsch. Holmes arbeitete hauptsächlich im Bereich der Oper – zuerst als fester Dirigent mit der English National Opera und von 1996-2008 als GMD bei der Opera North (ON) – und machte sich im Bereich des Musiktheaters, speziell mit der amerikanischen Musik Kurt Weills und anderer Broadway-Komponisten einen Namen.

Zu seinen Projekten gehörten unter anderem das Dirigat für "One Touch of Venus" (ON) sowie eine BBC Fernsehdokumentation über die Jahre Kurt Weills in Amerika. Außerdem dirigierte er 1995 sehr erfolgreich "Street Scene": Unter der Regie von Francesca Zambello entstand eine Gemeinschaftsproduktion der Houston Grand Opera, des Theaters im Pfalzbau Ludwigshafen und des Theaters des Westens in Berlin, die einhellig als endgültige Neuentdeckung des Werks gefeiert wurde. 2001 produzierten Arte und BBC-TV dann mit der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz eine auch heute noch viel beachtete DVD von "Street Scene" unter der Leitung von James Holmes.

Als stellvertretender Musikdirektor hat er über 100 Aufführungen von Nicholas Hytners Produktion "Carousel" (Royal National Theatre) dirigiert. Als Simon Rattles musikalischer Assistent arbeitete er intensiv an "Porgy" und "Bess", sowohl für die ursprüngliche "Glyndebourne" Produktion, als auch für die Aufnahmen durch die EMI. Sein großes und weitreichendes Opernrepertoire umfasst Werke von Mozart bis Britten sowie einige Uraufführungen. Zu Holmes zahlreichen Engagements gehören u.a. Auftritte mit der BBC, dem Hallé, der City of Birmingham Symphony, der Royal Liverpool Philharmonic, dem Norwegian Radio Orchestra oder der Montreal Symphonie. Mit den Londoner Sinfonikern dirigierte er einen Brecht-Weill Abend für Pattie Smith's "Meltdown" – Reihe.

In Dessau dirigierte er beim Kurt Weill Fest 2010 sehr erfolgreich "One Touch of Venus", eine Produktion des Anhaltischen Theaters Dessau. Für das 20. Kurt Weill Fest kehrte er als Arrangeur und Musikalischer Leiter eines Lieder- und Chansonsabends zurück, der sich den Diven und Chanteusen des 20. Jahrhunderts widmete. Für Ute Gfrerer hat er eigens Stücke von Marlene Dietrich, Lotte Lenya und Edit Piaf neu arrangiert.

Die Residence
James Holmes wird im Rahmen seiner Residence sechs Programme gestalten und dabei einen Überblick über das Schaffen Kurt Weills und einiger ausgesuchter amerikanischer Kollegen Weills am Broadway geben. Zudem sind Schul- und Musikschulprojekte mit dem Pianisten und Dirigenten geplant, die seine Residenz tief in Dessau verankern sollen.








© Roßdeutscher & Bartel GbR, Leipzig, 2017