Bauhaus Dessau

Begleitband zu Ausstellung

Bauhaus Dessau

Aula im Bauhaus Dessau


Johannbau
Blick in die Aula des Bauhaus Dessau. In der Mitte des Saals befindet sich die legendäre Bauhausbühne


Kurt Weill Zentrum / Haus Feininger


Das Geburtshaus von Kurt Weill in der Kantorstraße


Rund ums Kurt Weill Fest


Nicht nur aus musikalischer Sicht ist Dessau eine Reise wert. Um Ihnen die Besonderheiten der Stadt und die einmaligen landschaftlichen und kulturellen Schätze der Region zu präsentieren, werden während des Kurt Weill Fest zahlreiche Rahmenprogramme angeboten.

Das verdächtige Saxophon -
"Entartete Musik" im NS-Staat

Eine kommentierte Rekonstruktion zur Düsseldorfer Ausstellung von 1938.

"Pflege der deutschen Leitkultur", "völkisch", "klassisch preußische Tugenden", "entartet": Was geschieht, wenn diese Worte verfremdet oder missbraucht werden, sah man zur Zeit des Nationalsozialismus. Und auch heute begegnen wir diesen zwielichtigen Begriffen wieder in politisch fragwürdigen Zusammenhängen. Das Kurt Weill Fest erinnert mit der Ausstellung "Das verdächtige Saxophon – ‚Entartete Musik' im NS-Staat" an die zerstörerischen Kulturideen des Dritten Reiches und sensibilisiert gegen die dumpfen Parolen der Gegenwart.

Auf die Bücherverbrennungen von 1933 und die Vertreibung und Inhaftierung kritischer Künstler folgte 1937 die Münchner Ausstellung "Entartete Kunst". In der Musik ließ sich "Zersetzung" weniger leicht feststellen. Dennoch wurde Rahmenprogramm im Mai 1938 bei den "Reichsmusiktagen" in Düsseldorf eine Ausstellung "Entartete Musik" gezeigt. Wie die Münchner Schau stellte sie "Undeutsches" an den Pranger und stufte jüdische Operetten- und Schlagerkomponisten, atonale Werke und den Jazz als "artfremd" ein. Das Titelblatt der Broschüre von 1938 zeigt einen schwarzen Jazzmusiker.

Die Titelfigur der Oper Jonny spielt auf von Ernst Krenek galt dabei als Symbol von "Entartung"; der Judenstern im Knopfloch diente zusätzlich rassischer Diffamierung. Das Schicksal von Ernst Krenek ist dabei eng verbunden mit Kurt Weill und zahlreichen weiteren Musikern. Viele von ihnen konnten nur noch ins Exil flüchten. Die kommentierte Rekonstruktion der NS-Schau haben Peter Girth (Düsseldorfer Symphoniker) und Albrecht Dümling (Berlin) entwickelt, um an die fatalen Reglementierungen des Musiklebens zu erinnern.

20.10.2016 – 12.03.2017
Montag, Dienstag, Donnerstag 8.00 Uhr – 18.00 Uhr
Mittwoch, Freitag 8.00 Uhr – 12.30 Uhr
Stadtsparkasse Dessau


Eine Ausstellung im Rahmen des
Kurt Weill Fest Dessau,
unterstützt von der Stadtsparkasse Dessau.





Tagung
Moses Mendelssohn – Lebenswege in der Aufklärung
Freitag, 10.03.2017
Symposium und Konzert im Festsaal der Wissenschaftlichen
Bibliothek der Anhaltischen Landesbücherei Dessau


Wie Kurt Weill in Dessau geboren und wie Martin Luther eine
prägende Person der Neuzeit geht es in den Vorträgen um Elemente des Wirkens von Moses Mendelssohn. Behandelt
werden in den Vorträgen seine Tätigkeit als Philosoph und
Begründer der Haskala (jüdische Aufklärung), sein Wirken
als Geschäftsmann, das es ihm ermöglichte, sich philosophischen, religiösen, allgemein wissenschaftlichen Studien und nicht zuletzt auch mathematischen Forschungen widmen zu können. Abschließend wird eine Schauspielerin des Anhaltischen Theaters Dessau mit dem Sprecher des wissenschaftlichen Beirats der Moses Mendelssohn Stiftung Prof. Dr. Cord-Friedrich Berghahn aus Heines Text "Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland" lesen, in der Mendelssohn als "jüdischer Luther" gedeutet wird.

14.30 – 15.30 Uhr
Dr. Stephen Tree: Moses Mendelssohn –
Jude und Aufklärer
15.30 – 16.15 Uhr
Prof. Dr. Annette Vogt: Mendelssohns
Beschäftigung mit der Mathematik
16.15 – 17.00 Uhr
Prof. Dr. Thomas Kuczynski: Moses
Mendelssohn als Geschäftsmann
19.30 Uhr
Lesung zur Geschichte der Religion


Eine Veranstaltung des Wissenschaftlichen Beirats
der Dessauer Moses Mendelssohn Stiftung.




Literarisch-musikalische Führung
Weill trifft Cranach und Melanchthon

jeweils Samstag, 11.00 Uhr
25.02.2017
04.03.2017
11.03.2017


Auf einem Rundgang durch Weills Geburtsstadt werden sichere und mögliche Impulse seines Aufwachsens erkundet. Von den Denkmustern einer liberalen aufklärerischen jüdischen Gemeinde über die Bilderwelten der Reformationszeit bis zu den Klängen der beginnenden Moderne führt Gästeführerin Ines Gerds an ausgewählte Orte Dessaus. Kommt ein Saxofon mit Cranach-Gemälden ins Duett? Antwort vor Ort!

Treffpunkt: Tourist-Information, Zerbster Straße 2c
Dauer: 2,5 h Tickets: € 14,00 / Anmeldungen erforderlich:
Tourist-Information Dessau, Tel. 0340 . 20 41 442








TICKET-SERVICE

0341 - 14 990 900







„Ne Musik gab's da,
da wurde was geboten
für sein Geld!
Ich weiß ja nicht,
ob Ihnen so was
grad gefällt,
Doch: Es war das Schönste
auf der Welt.“

aus: Happy End,
Bilbao-Song


© Roßdeutscher & Bartel GbR, Leipzig, 2017