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Prof. Dr. Matthias Henke
Prof. Dr. Matthias Henke



Kurt Weill
Kurt Weill


Gebäude der Landesvertretung
Vertretung des Landes Sachsen-Anhalt beim Bund
Gebäude in der Luisenstaße
© Rudelsburg / Wikipedia

Ich. Ihr! Wir? Identität(en)

"Den Juden bin ich ein Christ, den Christen ein Jude; den Russen bin ich ein Deutscher, den Deutschen ein Russe, den Klassikern ein Zukünftler, den Zukünftlern ein Retrograder. Schlussfolgerung: ich bin weder Fisch noch Fleisch – ein jammervolles Individuum."

Man kann es kaum besser auf den Punkt bringen. Wie der russische Komponist Anton Rubinstein hier selbstironisch zugibt, haben wir alle nicht eine, sondern zahlreiche Identitäten: Mann, Frau, Bayer oder Friesin, Asiatin oder Europäer, gläubig oder ungläubig – unsere Persönlichkeiten ergeben sich aus einer Vielzahl von Zugehörigkeiten. Diese harmonisieren allerdings nicht immer, sondern können zu inneren Konflikten führen, nicht zuletzt bei deutschen Juden:


Andreas Eichhorn schlägt in seinem Eröffnungsvortrag über Felix Mendelssohn Bartholdy und Luther eines der interessantesten Kapitel ihrer Geschichte auf. Immerhin bemühte sich der Komponist um Brückenschläge zwischen der Welt seiner Väter und dem vergleichsweise jungen Protestantismus. Wie Luthers Lehre im Ersten Weltkrieg vereinnahmt wurde, um die deutschnationale Identität zu stärken, erläutert Laura Willenbrock aus lokalgeschichtlichem Blickwinkel. Dem pädagogischen Engagement von Leo Kestenberg, der in den 1920er Jahren den schulischen Musikunterricht reformierte (und übrigens wie Kurt Weill bei Ferruccio Busoni studiert hatte), widmet sich Hannah M. Kluge. Valerie Barth wiederum porträtiert mit Claire Waldoff eine Sängerin, die wie Kurt Weill ein enorm weit gefächertes Publikum ansprach, aber auch als Ikone lesbischer Kultur galt. Dass sich selbst der dem Marxismus zugewandte Brecht von der kraftvollen Sprache der Bibel faszinieren ließ, zeigt Merle Clasen auf, während Stefan Weiss dem facettenreichen Leben des zeitweise in Berlin und Wien wirkenden Anton Rubinstein nachspürt, der zu den Mitbegründern des hochgeschätzten Konservatorium von St. Petersburg zählt. Antonia Teibler schließlich stellt Erwin Ratz vor, den Schüler Arnold Schönberg und Freund Hanns Eisler, den Israel 2016 mit dem Preis "Gerechter unter den Völkern" auszeichnete, weil er in seiner Wohnung mehrere Juden vor den Nazis versteckt gehalten hatte und ihnen so das Leben rettete.

Also: Es gibt viel zu entdecken, bei den Entdeckungen XVII.

Prof. Dr. Matthias Henke
Kurator der ENTDECKUNGEN







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